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Sportvereine denken über Fusion nach

Artikel aus den Kieler Nachrichten vom 11.7.18

Die Mitgliederzahlen sinken, die Kosten für die Unterhaltung der Sportanlagen belasten den Haushalt: Der Preetzer TSV und die Freie Turnerschaft denken deshalb über eine Fusion nach. Der Preetzer Bauunternehmer Klaus Dygutsch hat dazu schon erste Pläne für ein gemeinsames Sportzentrum entwickelt.

Foto: Rolf Möller (links), stellvertretender Vorsitzender des PTSV, und Ralf Löhndorf (rechts), Vorsitzender der Freien Turnerschaft, blicken auf die Fläche, auf der Bauunternehmer Klaus Dygutsch sich eine zentrale Sportanlage vorstellen könnte.

Rolf Möller (links), stellvertretender Vorsitzender des PTSV, und Ralf Löhndorf (rechts), Vorsitzender der Freien Turnerschaft, blicken auf die Fläche, auf der Bauunternehmer Klaus Dygutsch sich eine zentrale Sportanlage vorstellen könnte. Quelle: Silke Rönnau

Der PTSV gehörte einst mit über 4000 Mitgliedern zu den größten Vereinen im Land, heute ist die Zahl auf 2600 geschrumpft, berichtet der stellvertretende Vorsitzende Rolf Möller. Dazu kommen rund 550 Vereinsangehörige bei der Freien Turnerschaft (FT). „Wir waren mal 1500“, sagt Vorsitzender Ralf Löhndorf.

Das letzte Wort haben die Mitglieder

Die ehrenamtlich tätigen Vorstandsmitglieder müssten einen hohen Verwaltungsaufwand stemmen. Beide Vorstände favorisieren daher einen hauptamtlichen Geschäftsführer, um sich gut für die Zukunft aufzustellen. „Wir sind uns im Grundsatz einig, dass wir zusammengehen, egal ob mit einer Kooperation oder Fusion“, betont Möller. Sie wollen nun vom Landessportverband rechtlich über das weitere Vorgehen beraten lassen und dann ein Konzept erarbeiten. Das letzte Wort haben die Mitglieder, die über eine mögliche Verschmelzung der Vereine entscheiden müssen.

Idee: Gemeinsames Sportzentrum

Doch die Überlegungen gehen noch weiter: Um sich für die Zukunft gut aufzustellen und Kosten zu senken, will man ein gemeinsames Sportzentrum errichten. Denn beide Vereine schauen schon auf das Jahr 2035: Dann endet der Erbbaupachtvertrag für das städtische Stadion am Lohmühlenweg. Die Anwohner rund um den Jahnplatz klagten außerdem zunehmend über das Flutlicht, die Lärmbelästigung und die Parkplatznot bei sportlichen Ereignissen, berichtet Möller.

So sei die Idee entstanden, nach dem Vorbild anderer Kommunen wie in Gettorf oder Tungendorf eine zentrale Sportanlage zu bauen. Hier kam der Preetzer Bauunternehmer Klaus Dygutsch ins Spiel, der bereits vor über einem Jahr eine Idee für ein neues gemeinsames Stadion entwickelte. Die bisherigen Sportflächen der FT an der Kührener Straße mit rund 15000 bis 17000 Quadratmetern sowie des PTSV am Jahnplatz mit rund 20000 Quadratmetern könnten das dringend benötigte Bauland mitten in der Stadt verschaffen, so Dygutsch. Den Verkaufserlös könnte man für das neue Stadion verwenden.

Standort noch fraglich

Für die Anlage mit mehreren Sportflächen, Tribüne und großem Vereinsheim müsste nur ein neuer Standort gefunden werden. Auch darüber hat sich Dygutsch Gedanken gemacht. Er favorisiert die Fläche am Castöhlenweg – die allerdings zurzeit Landschaftsschutzgebiet ist und auf der sich das Schulprojekt „Theos Wiese“ der Theodor-Heuss-Gemeinschaftsschule befindet. Der Vorteil wäre, dass man dort in der Nähe der Schulen, Sporthallen und der schulischen Sportanlage sei. Auch Kanuten, Wasserwanderer, Ruderer, Segelclub und Freibad befänden sich an diesem Standort, so Dygutsch.

„Der Bedarf an Vormittagskursen nimmt zu – wir können sie aber zurzeit nicht anbieten, weil wir keine Räumlichkeiten haben“, so Möller. Der Standort sei natürlich noch nicht festgelegt, betonte er: „Vielleicht hat ja jemand eine andere Idee.“