Freie Turnerschaft Preetz e.V.

Reporter,14.01.2009

Vorstand
Posted by Administrator (admin) on Jan 17 2009 at 03:45
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Sportlicher Innenminister kegelt auf der FT Bahn

Peter Horn, erster Vorsitzender, und Kurt Lesky, zweiter Vorsitzender der Freien Turnerschaft Preetz, hätten sich wohl auch nie träumen lassen, einmal mit dem Innenminister des Landes Schleswig-Holstein, Lothar Hay, über ihren Sportverein aus dem Nähkästchen zu plaudern. Daher war die Aufregung auch sehr groß, dass der Innenminister sich dazu entschied, die FT am 12. Januar in ihrem Sportheim zu besuchen. Ursprünglich war das Treffen bereits im November 2008 geplant, konnte jedoch aus Termingründen nicht zustande kommen. Zunächst hatte sich das Innenministerium an Axel Krüger, den Vorsitzenden des Kreissportverbandes Plön, gewandt, um anzufragen, welchen mittelgroßen Verein im Kreis der Innenminister einmal exemplarisch für andere ähnlich große Vereine aufsuchen könne. Da die FT mit rund 1.000 Mitgliedern dieser Größenordnung entsprach und darüber hinaus noch ein besonders breites Spektrum an sportlichen Aktivitäten anbietet, fiel die Entscheidung rasch auf den alten Preetzer Verein. Lothar Hay ist als Innenminister unter anderem für Kommunales und Sport zuständig. Er selbst ist ehemaliger Fußballer und fährt heute gerne in seiner Freizeit Fahrrad. Die Stippvisite in der FT verfolgte ein konkretes Ziel. Wenn es sich auch unter Sportskollegen gut reden lässt, so wollte Hay in Erfahrung bringen, wie es einem örtlichen Verein geht und welche Probleme er hat. Ferner wollte Lothar Hay den Kreissportverband und seine Vereine kennen lernen. Wie viele andere Sportvereine ist die FT Preetz rein ehrenamtlich aufgestellt. "Vom Management bis zum Arbeitsdienst wird die FT ausschließlich ehrenamtlich betrieben", so Peter Horn. Dass das nicht immer ganz leicht ist, konnte der Innenminister auf Anhieb nachvollziehen. "In der heutigen Zeit ist es schwer, vor allem qualifizierte Ehrenämtler zu finden", so Lothar Hay. In sportlicher Hinsicht berichteten Peter Horn und Kurt Lesky über die 14 Sparten der FT. Das Angebot reicht von einer Skatabteilung über Seniorengruppen, Kleinkinderturnen über Tischtennis und Boxen bis hin zu Kanuten und Fußball. Neben dem Sport werden im Sportverein gesellschaftsträchtige Kompetenzen vermittelt, die zum Gemeinwohl einer Stadt beitragen. "Es sind ja auch soziale Aufgaben, die wir übernehmen", erklärt Peter Horn. Und verweist auf das Thema Integration, dass in der FT maßgeblich in der Boxabteilung umgesetzt wird, in der viele Mitglieder osteuropäischen Hintergrund haben. Aus seiner eigenen Vergangenheit berichtete der Innenminister, wie schwer ein Boxtraining ist. Er selbst habe in seiner Fußballkarriere auch am Boxtraining teil genommen, weil es körperlich fit mache. Darüber hinaus arbeitet die FT eng und erfolgreich mit dem Preetzer Streetworker zusammen, der Gewaltpräventionskurse anbietet. Auch eine Zusammenarbeit mit der Jugendgerichtshilfe findet statt. "Die Jugendlichen, die wir dann hier haben, erlernen Schlüsselqualifikationen, wie Pünktlichkeit und Arbeit im Allgemeinen, die sie fürs Leben mit nehmen", so Horn. Auch den Ausführungen über die Zusammenarbeit mit dem Verein "Leben auf der Glindskoppel" verfolgte Lothar Hay gespannt. Dass sich ein Verein für einen sozialen Brennpunkt interessiert und einkommensschwachen Menschen Sonderpreise und Vergünstigungen anbietet, begrüßte der Innenminister. "Die Idee, mehr Menschen durch finanzielle Beischüsse der Sportvereine in die Sportstätten zu ziehen, ist allerdings nicht gelungen", ergänzte Axel Krüger an dieser Stelle. Auch an einem Gespräch über die erfolgreiche Tischtennissparte und Behindertensport in der FT war Lothar Hay sehr interessiert. Besonders Andrea Zimmerer, erfolgreiche Paralympicsteilnehmerin, hat auch für gesunde Tischtennisspieler Vorbildfunktion. "Dadurch, dass die Rollstuhlfahrer ganz normal in der Tischtennissparte integriert sind und auch mit allen Teilnehmern spielen, lernt man hier über den Sport, mit Menschen mit einer Behinderung ganz normal umzugehen", lobt Axel Krüger. Besonders Arno Rüter, der ebenfalls an den Rollstuhl gebunden ist, hob Krüger hervor, da Rüter Jugendlichen den Tischtennis nahe bringt. An dem inzwischen tradtitionellen Kreislauf ging das Gespräch in lockerer Atmosphäre nicht vorbei. Lothar Hay interessiert sich sogar dafür, die Schirmherrschaft für den größten Staffellauf Deutschlands mit einer Länge von 100 Kilometern zu übernehmen. "So lange ich nicht mit laufen muss, komme ich sehr gerne", scherzte Hay. Zudem hatte der Innenminister die Idee, auch Schüler an dem Lauf teil nehmen zu lassen. "Das spiegele die Kooperation zwischen Schule und Sportverein wieder", ergänzte Klaus Moseleit, Referent für den Bereich Sport des Landes Schleswig-Holstein. Auch diese Kooperation war Thema. Denn durch die bevorstehende Veränderung der Schullandschaft werden auch Sportvereine, die jetzt ja auch schon teilweise Sport-AG´s in Schulen anbieten, stärker mit einbezogen. Dabei entstünde ein Konflikt. Nämlch der, dass Vereine aufgrund ihrer überwiegend berufstätigen Ehrenämtler vormittags keine Zeit haben, sich im Schulalltag einzubringen. Und auf der anderen Seite würde ein in den Nachmittag ausgelagertes Sportprogramm dazu führen, dass beispielsweise Schüler einer Ganztagsschule die Lust am Sport nach dem späten Schulschluss verlieren. Ein anderes Problem sind Hallennutzungsgebühren. "In Preetz sind wir alle gut aufgestellt und von Hallennutzungsgebühren befreit", lobte Peter Horn. Dennoch sei die Nutzung der Schwimmhalle aufgrund der hohen Energiekosten nachvollziehbar mit einer Gebühr belegt. Der FT mache nur Angst, dass die Schwimmhalle vor dem Hintergrund einer ländlich kleinstrukturierten Stadt im Unterhalt auf Dauer schwer zu finanzieren sei. "Wir haben auch kaum noch Schwimmhallen im Kreis", ergänzte Axel Krüger mahnend. Denn vor allem für die Ausbildung von Schwimmern für die DLRG sei man auf Schwimmhallen angewisen. "Die Fähigkeit, dass Kinder schwimmen können, ist alarmierend zurück gegangen, so dass wir bereist zwei Anträge über das Thema diskutiert haben", sprach der Minister offen. Ein Problem, das bekannt sei und in Angriff genommen werden müsse. Abschließend gab sich Lothar Hay zufrieden. "Viele Probleme in den Vereinen sind identisch: der Zustand der Sportanlagen, der Kummer über Hallennutzungsgebühren, Schwimmhallen, Integration und die Integration armutsschwacher Mitglieder", so Hay.

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